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Energienutzung und Elektrotechnik

Region Nordhessen - Kompetenz in Elektrotechnik Informationstechnik

Die Region Nordhessen mit ihrem Oberzentrum Kassel kann auf eine reiche Erfahrung und bedeutende und weltweit vermarktete Entwicklungen, Produkte und Anlagen in den unterschiedlichsten Fachgebieten der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik zurückblicken.

Beispielhaft seien hier erwähnt der nach seinem Erfinder Max Buchholz benannte Schutz für Transformatoren, die Entwicklung und Fertigung der ersten programmgesteuerten Rechenmaschine, später Computer genannt, durch Konrad Zuse, die Weiterentwicklung des Freistrahlschalters für Hochspannungsschaltanlagen im Kasseler AEG-Werk nach dem 2. Weltkrieg und die erreichte Weltmarktfüh-rerschaft für Wechselrichter in Photovoltaikanlagen durch SMA in Niestetal.

Bei einer Betrachtung der Geschichte der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik in der Region muss von den aus heutiger Sicht eher als Phänomen der Naturwissenschaft betrachteten und der Belustigung der Fürsten und ihres Gefolges dienenden Elektrisierapparaten im 18. Jahrhundert abgesehen werden. Diese werden nach Beginn der Umgestaltung des ehemaligen Museums für Ast-ronomie und Technikgeschichte sehr eindrucksvoll im jetzt umbenannten Astronomisch Physikalischen Kabinett in der Orangerie in Kassel ausgestellt. Anspruch des Technik-Museums Kassel ist jedoch, von den bis weit in unsere Zeit hineinreichenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ausgehend, die der Menschheit nutzbar gemachten Entwicklungen aufzuzeigen. Hierzu ist zunächst die geschichtliche Entwicklung der mit der Elektrizität verbundenen Institutionen und Unternehmen darzustellen.

Die Geschichte der Energieversorgung und industriellen Entwicklung unserer Region ist eng mit der Geschichte der Elektrotechnik und Informationstechnik verknüpft, Elektronik gab es im 19. Jahrhundert noch nicht. Bereits 1833 bauten Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Eduard Weber in Göttingen einen elektromagnetischen Telegrafen. Ende 1846 entwickelte Werner Siemens, 1888 durch Kaiser Friedrich III geadelt, in Berlin den elektrischen Zeigertelegraphen mit Selbstunterbrechung. Im Jahr darauf erfand er ein Verfahren um Drähte mit einer nahtlosen Umhüllung aus Guttapercha zu versehen. Dieses Verfahren bildet bis heute die Grundlage zur Herstellung isolierter Leitungen und elektrischer Kabel.

Im Jahr 1866 entwickelte Siemens die Dynamomaschine, mit der unter Ausnutzung des elektrodynamischen Effekts Gleichstrom durch mechanischen Antrieb, beispielsweise durch Mühlräder, erzeugt werden konnte. Der Amerikaner Thomas Alva Edison erfand 1879 die Kohlenfadenlampe als Lichtquelle. Entwicklungen dieser Art führten bereits 1879 zur ersten elektrischen Straßenbeleuchtung und 1881 zur ersten elektrischen Straßenbahn in Berlin. 1889 bereits baute Michael v. Dolivo-Dobrowolsky, Leiter der Fertigung in der AEG-Fabrik Ackerstraße, den ersten brauchbaren Drehstrom-Asynchronmotor mit Käfigläufer.

Zwar stammen diese Entwicklungsbeispiele bis auf die Erfindung von Gauß und Weber in Göttingen nicht aus unserem Raum, aber sie wurden sehr schnell übernommen und prägten die nordhessische / südniedersächsische Region. Dies soll mit den hier nachfolgend veröffentlichten Ausführungen ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit und in gebotener Kürze dargelegt werden. Der Abschnitt über die Energieversorgung beschränkt sich daher auf die Zeit bis etwa 1960, der Abschnitt über die Industrie reicht, auch bedingt durch die Folgen des zweiten Weltkriegs, bis in die Neuzeit.

Dieser und die folgenden Artikel im Sammlungsgebiet Elektro- / Mess- / Regel- / Informationstechnik wurden, soweit nicht mit anderer Urheberschaft gekennzeichnet, verfasst von

Wolfgang Dünkel
VDE Bezirksverein Kassel
Obmann Öffentlichkeitsarbeit


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